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Used is Useful

Die Laborgerätebörse ist seit 1988 auf dem Markt für Second-hand-Geräte aktiv. Das Unternehmen bietet die größte Palette von Labor- und Analysengeräten für alle Laboratorien aus den Bereichen Chemie, Biochemie, Lebensmittel und Umwelt. Der Anwenderkreis setzt sich aus Interessenten aus Industrie und Hochschulen zusammen. GIT sprach mit dem Geschäftsführer Wolfgang Kuster über Organisation, Philosophie und Ziele der Laborgerätebörse. Die Fragen formulierte Dr. Margareta Dellert-Ritter.

Die Laborgerätebörse ist seit 1988 auf dem Markt für Second-hand-Geräte aktiv. Das Unternehmen bietet die größte Palette von Labor- und Analysengeräten für alle Laboratorien aus den Bereichen Chemie, Biochemie, Lebensmittel und Umwelt. Der Anwenderkreis setzt sich aus Interessenten aus Industrie und Hochschulen zusammen. GIT sprach mit dem Geschäftsführer Wolfgang Kuster über Organisation, Philosophie und Ziele der Laborgerätebörse. Die Fragen formulierte Dr. Margareta Dellert-Ritter.

Dipl.-Ing. Wolfgang Kuster

Wie sind Sie überhaupt auf die Idee gekommen, gebrauchte Laborgeräte anzubieten?

Wolfgang Kuster

Die Idee zur Formung der Laborgerätebörse entstand praktisch am "Reißbrett". Durch die Kristallisation der Tatsache, daß meine Person nicht weiter für einen Großkonzern geeignet war, entstand die Suche nach einer Nische, welche durch mein Know-how als Diplom-Ingenieur für Chemie und die Faszination an einer heimischen "Textilmaschinenbörse" abgedeckt werden konnte. Die Verknüpfung dieser Eigenschaften und Wünsche ergab ein erstes Konzept der Laborgerätebörse, bei welchem analytische Kreise angeschrieben wurden, um abzuklären, ob überhaupt Geräte existieren, welche aus irgendwelchen Gründen nicht mehr zur Verwendung kommen. Das Ergebnis war eindeutig. Die Rückantworten erlaubten den Schluß, daß sich in einem Großteil der Labors solche Geräte befinden. Die Zusammenfasssung dieser ersten angebotenen Geräte zu einer Liste und die Versendung dieser an weitere potentielle Analytikanwender brachte den Börsenmotor relativ schnell in Gang. Die ständigen Veränderung der "Börsenparameter", um die Bedürfnisse von Anwendern der instrumentellen Analytik immer besser zu befriedigen, hat die Laborgerätebörse in Deutschland so bekannt gemacht wie die marktführenden Hersteller von Analysengeräten und europaweit selbst zum Marktführer in diesem Metier.

Wo sehen Sie Ihre Märkte?

Wolfgang Kuster

Der Markt für gebrauchte Analysengeräte erstreckt sich praktisch auf den Gesamtmarkt für Analysengeräte, da es sich beim Angebot der Laborgerätebörse nicht um ältere oder gar alte Geräte handelt, sondern im Durchschnitt um Geräte, welche 3-4 Jahre alt sind und somit hinsichtlich dem Stand der Technik up to date sind. Der durchschnittliche Verkaufspreis liegt jedoch weitab vom ehemaligen Neupreis und beträgt zwischen 30 % und 50 % von diesem. Ständig sind etwa 1.500 Analysengeräte verfügbar. Kaufinteressenten sind aus allen Bereichen vertreten. Etwa 30 % private Untersuchungslaboratorien, etwa 30 % staatliche Institutionen, wie Universitäten, Untersuchungsämter, Fachschulen usw. Den restlichen Anteil deckt die chemische und pharmazeutische Industrie, Apotheken und sonstige Qualitätssicherungslabors in verschiedenen Sparten ab. Größere Konzerne in der chemischen und pharmazeutischen Industrie zählen seltener zu den kaufenden Kunden, dafür werden uns aus diesem Kreis überdurchschnittlich viele Geräte angeboten. Die Information über die verfügbaren Geräte wird an den eigenen Adresspool von 15.000 deutschen und gleichviel ausländischen Adressen jeweils viermal pro Jahr in Form einer "Gesamtliste" versandt.

Wie kooperieren Sie mit den Herstellern?

Wolfgang Kuster

Mit den Herstellern kooperieren wir in folgenden Bereichen: Gerätehersteller bzw. -vertreiber sind manchmal gezwungen, beim Verkauf eines Neugerätes ein Gebrauchtgerät in Zahlung zu nehmen. In vielen Fällen ist dies ein "Konkurrenzgerät", welches direkt nicht mehr veräußert werden kann. Solche Geräte fließen unserem Pool zu und werden dann von uns neutral angeboten. Eine Variante dieser Kooperation ist die Möglichkeit des Herstellers, dem Inzahlunggebenden den Vorschlag zu machen, das Gerät direkt uns anzubieten. Dies hat auch für den Kunden den Vorteil, daß er erstens für sein Gebrauchtgerät erheblich mehr vergütet bekommt als vom Hersteller bzw. -vertreiber und dafür, weil er ja in diesem Fall kein Gerät in Zahlung gibt, über einen Rabatt beim Neukauf verhandeln kann.

Auf welche Geräte konzentrieren sie sich in Ihrer Produktpalette?

Wolfgang Kuster

Bei Erscheinen einer neuen Produktlinie können vom Hersteller die restlichen Geräte des Vorgängermodells nicht mehr angeboten werden. Auch in diesem Fall werden und die "Auslaufmodelle", welche neu, originalverpackt und mit der Originalgarantie versehen sind, zur Ausschreibung angeboten. Weitere Zusammenarbeit mit den Herstellern ergibt sich natürlich auf dem Gebiet des Kundendienstes, da wir viele der Geräte nicht in unserem eigenen Labor überholen, sondern diese direkt vom Herstellerservice reparieren bzw. überholen lassen. Etwa 50 % der Analysensysteme werden im Servicelabor des Steinbeis-Transferzentrums in Reutlingen überholt. Dieses ist eine unabhängige Institution, welche im Bereich der instrumentellen Analytik, auch im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit der Laborgerätebörse, eine sehr große Erfahrung besitzt. Der Vorteil dieser Kooperation ist die Tatsache, daß eine unabhängige Serviceinstitution mehr Glaubwürdigkeit bezüglich der einwandfreien Funktionsbestätigung besitzt, als wenn ein Analysensystem direkt in unserem Hause überholt würde. Risiken beim Kauf eines Gebrauchtgerätes bei der Laborgerätebörse hat ein Kunde nicht, da erstens das Gerät überprüft bzw. überholt worden ist, die Funktionsfähigkeit laut den Spezifikationen des Herstellers in einem Kundendienstbericht dokumentiert wird und der Kunde eine Standard- und Vollgarantie von 2 Monaten erhält. Eine Garantieverlängerung auf 1 Jahr ist möglich.

Werden Sie zukünftig auch Geräte selbst entwickeln?
Oder denken Sie daran, den Vertrieb anderer Hersteller zu übernehmen?

Wolfgang Kuster

Zukünftig werden wir sicher keine eigenen Geräte entwickeln, da dies genügend andere Firmen tun. Ebenso werden wir keine Vertretungen anderer Hersteller übernehmen. Wir bleiben unserer Linie treu und kümmern uns um die Analysengeräte aus erster Hand, denn da kennen wir uns am besten aus und sind Marktführer. Wir übernehmen auch ständig Gerätebewertungen bei Laborübernahmen, -auflösungen oder Liquidationen.

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